Henning Beier, Klaus Töpfer, Joschka Fischer, Max Kerner

Technik und Angst

Zur Zukunft der industriellen Zivilisation

In vielen Bereichen unserer industriellen Zivilisation scheint das Ende herkömmlicher Sicherheit erreicht. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der ständig sich verknappenden Arbeit, an den gesellschaftlichen Widersprüchen großtechnologischer Entwicklung, an den ökologischen Schäden industieller Produktion, an der technischen Verfügbarkeit des menschlichen Erbgutes, an der artifiziellen Auslagerung ehemals körpergebundener Fähigkeiten und an manchem anderen mehr. Diese und ähnliche Entwicklungen sind Ausdruck eines strukturellen Wandels unserer zivisatorischen Lebensbedingungen, der vor allem von einem Beschleunigung technisch-industrieller Modernisierungsprozesse ausgeht. Diese sich ständig erhöhende Zivilisationsdynamik leistet einer zunehmenden Zukunftsungewissheit Vorschub, die sich in zahlreichen Verlusterfahrungen niederschlägt und sich mit mancherlei Formen von Angst verbindet.

Diese Ausgangssituation wird oft in düsteren Szenarien und geradezu apokalyptischen Schreckensgemälden entstellt und zu diffusen Verängstigungen mißbraucht. Wissenschaft und Technick geraten dabei häufig auf die gesellschaftliche Anklagebank. Dies ist umso erstaunlicher, als nicht zuletzt ab der jüngeren Vergangenheit gerade diese beiden die äußeren wie inneren Ängste der Menschen und der Gesellschaft relativiert, ja weitergehend sogar trivialisiert haben, was sich an zahlreichen und vielfach auch spektakulären Beispielen der neuzeitlichen Wissenschafts- und Technikgeschichte aufweisen ließe. Die Grenzen unseres Wachstums sowie die destruktiven Nebenfolgen technischindustrieller Modernisierung scheinen nicht nur diese Erfolgsgeschichte in Frage gestellt, sondern auch die angstreduzierende Kraft von Wissenschaft und Technik geschwächt zu haben.

In den Beiträgen des vorliegenden Sammelbandes werden diese und ähnliche Fragen thematisiert und konkrete Lösungsansätze in einem streitbaren Dialog zwischen den Wissenschaften sowie zwischen Politik und Medienöffentlichkeit diskutiert.

 
Technik und Angst

Format: 14,8 x 21 cm
340 Seiten
gebunden
2. Auflage

Zur Zeit vergriffen

ISBN-13: 978-3-930594-23-8